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Unsere Geschichte:
Am 25. Februar 2009 war es endlich soweit, ich war Schwanger. Die Freude war riesig, als mir der FA den Mutter-Kind-Pass und das erste Ultraschallbild von unseren Krümelchen überreicht hat.
In den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft hatte ich extrem mit Übelkeit und Erbrechen zu kämpfen, aber ansonsten lief alles glatt. Bei den nächsten Kontrolluntersuchungen beim FA war immer alles in Ordnung. Unser Krümmelchen wuchs und das Herzchen schlug wie wild. Am 27. April 2009 hatte ich einen Termin für die Nackendichtenmessung. Da ich etwas Angst hatte vor dieser Untersuchung bat ich meine Mutter zur Untersuchung mitzukommen da beim Freund an diesem Tag arbeiten musste. Auch bei dieser Untersuchung war alles in Ordnung. An diesem Tag erfuhren wir auch, dass es ein Mädchen wird. Sie schlug beim Ultraschall Purzelbäume und spielte mit ihren kleinen Händen. Ich war überglücklich. In der 16. SSW spürte ich plötzlich ein glucksen in meinem Bauch. Da wusste ich das es unser kleiner Krümel war der mir bescheid gab das es ihm gut geht. Von diesem Tag an spürte ich sie hin und wieder. Das war das schönste Gefühl das ich je hatte.
Am 25. Mai 2009 hatte ich die nächste Routineuntersuchung bei meinem FA. René, mein Freund, ging zum ersten Mal mit. Wie schon bei allen anderen Untersuchungen war unser kleines Mädchen sehr agil. Winkte, schlug Purzelbäume, und das Herzchen schlug immer wie wild. Plötzlich wurde mein FA beim Ultraschall ruhig. Mich überkam ein ungutes Gefühl. Als wir ihn fragten ob etwas nicht stimmte sagte er, er wolle uns nicht verunsichern, aber die Kopfform und das Kleinhirn habe eine auffällige Form. Aber wie gesagt das muss noch gar nichts heißen. Er erklärte uns ruhig, dass dies auf eine Spina bifida hinweisen würde. René und ich fielen aus allen Wolken. Mein FA machte weiter den Ultraschall und sagte er könne am Rücken und auch an den Organen keine Auffälligkeiten entdecken. Unsere Hoffnung stieg wieder das mit unserem Krümmelchen alles in Ordnung sei. Aber wir wurden einen Besseren belehrt. Von diesem Tag an begann ein ständiges Auf und Ab. Mein Blut wies Auffälligkeiten auf doch am Ultraschall konnte man aber nichts entdecken. Mein FA überwies mich zu einem Spezialisten auf die Uniklinik Graz. Dort bestätigte sich nach einem 2 Stündigen Ultraschallmarathon die Befürchtung meines FA. Unser Baby hatte einen offenen Rücken und einen Wasserkopf. Ich fragte den Arzt was das nun bedeuten würde. Er erklärte uns, dass unser Baby geistig und körperlich schwerst behindert sein würde. Der Arzt fragte mich auch was wir nun machen werden. Wie in Trance antwortete ich ihm: „ Behalten werde ich das Kind nicht. Es hat doch keine Lebensqualität.“ Wie ich ihm das sagte schossen mir Tränen in die Augen. Ich wollte es einfach nicht wahr haben. Ich wollte doch nur ein gesundes Baby.
Noch am selben Tag bat ich meinem FA einen Termin für einen Schwangerschaftsabbruch im hiesigen KH auszumachen. Schon am nächsten Tag, dem 3. Juni 2009, bekam ich diesen Termin.
Es war der letzten Abend mit dem Babybauch. Ich bat unsere Kleine uns nicht böse zu sein, dass wir eine solche Entscheidung getroffen zu haben. Diese Nacht schliefen mein Freund und ich sehr schlecht. Am nächsten morgen fuhren wir ins KH. René wich von diesem Zeitpunkt an keine Minute von meiner Seite. Er war dabei als ich mich im Bett vor Schmerzen krümmte als der Wehentropf zu wirken begann, er war bei der letzten Ultraschalluntersuchung dabei, er begleitete mich als ich den PDA- Katheder bekam, er ging mit mir auf die Toilette, tröstet mich als ich immer wieder Weinkrämpfe bekam. Ich war so froh, dass ich ihn hatte. Ohne ihn hätte ich das ganze nicht geschafft.
Um ca. 22:30 sagte ich zu ihm er könne ruhig nach Hause fahren und versuchen etwas zu schlafen. Ich würde mich sofort melden wenn es los gehen würde. Mit Wieder Willen fuhr er nach Hause. Um ca. 23: 25 hatte ich das Gefühl ich müsste auf die Toilette. Da ich kurz zuvor eine PDA erhalten hatte, spürte ich meine Beine kaum und daher rief ich nach der Nachtschwester. Sie ging mit mir, mehr schlecht als recht, auf die Toilette. Ich hörte nur einen Plumps als ich auf dem WC war und bekam es mit der Panik zu tun. Ich rief verzweifelt nach der Schwester. Sie kam sofort und sagte zu mir :“ Ich habe es schon gehört, ich hole schnell den OA.!“ Ich weinte bitterlich auf der Toilette. Ich wollte es nicht wahr haben. Ich wollte sie noch nicht hergeben. Gemeinsam mit dem OA wurde ich wieder ins Bett gebracht um unser Krümelchen auf die Welt zu bringen. Ich bat die Schwester meinen Freund anzurufen. Sie tat das auch sofort. Die Schwester fragte mich ob ich das Baby sehen möchte. Ich bejahte. Ich weinte bitterlich als ich das kleine Knäul in den Arm bekam. Ich strich ihr über die kleine Stupsnase, sagte zu ihr das ich sie über alles liebe und das sie mir bitte nicht böse sein soll. Ich hielt sie noch einige Minuten als der Arzt zu mir sagte wir müssten in den OP, um eine Kürettage zu machen. Ich bat ihn noch etwas zu warten bis mein Freund da war. Der OA sagte ein wenig könnten wir noch warten aber wenn sich meine Blutung verschlimmert muss ich sofort in den OP. René kam wenige Minuten nach dem Anruf. Er kam sofort zu mir ans Bett, gab mir einen Kuss und streichelte mir über den Kopf. Ich fing wieder bitterlich an zu weinen. Er sagte zu mir: „Schatz ich bin furchtbar stolz auch dich. Dur warst jetzt so tapfer. Das schaffst du jetzt auch!!“ Ich sagte ihm er könne die Kleine ansehen wenn er möchte. René sagte er möchte sie sehen und sich von ihr verabschieden. Während er das tat wurde ich in den OP gebracht.
Am nächsten Tag war René schon um 7:30 wieder bei mir im KH. Er sagte zu mir, dass er froh sei unseren Krümel gesehen zu haben. Zwei Tage nachdem ich unser Krümelchen bekommen hatte wurde ich aus dem KH entlassen. Die ersten Tage waren für mich wie ein Albtraum und ich hoffte immer wieder davon aufzuwachen und das alles gut sei und das ich unser Krümelchen noch im Bauch habe. Ich weine sehr viel, muss viel an unser kleines Mädchen denken. Sie fehlt mir einfach unendlich!!
Aber ich muss sagen wenn ich René und meine Familie nicht gehabt hätte, hätte ich das nicht geschafft. Ich bedanke mich auch auf diesen Weg bei meinem FA und den gesamten Pflegeteam und den Ärzten von der Gynäkologischen Abteilung im LKH- Judenburg, die mich bzw. uns auf diesen schweren Weg so liebevoll begleitet haben.
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