Statistik

Zitate aus folgendem Buch des Schattauer Verlages, Stuttgart:

Mändle, Opitz-Kreuter, Wehling:

Hebammenbuch”, Lehrbuch der praktischen Geburtshilfe

3. Auflage, 2000, ISBN 3-7945-1940-x

Seite 724/725

Müttersterblichkeit

Müttersterblichkeitsfälle sind Sterbefälle Schwangerer, deren Tod ursächlich auf Komplikationen zurückzuführen ist, die im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft, einer Entbindung oder dem Wochenbett stehen.

Die Berechnung der Todesfälle wird auf 100000 Lebendgeborene bezogen. Die Frequenz der Müttersterblichkeit beträgt in Deutschland heute 6,8 Todesfälle/100000 Einwohner.

Als Ursachen für die Müttersterblichkeit stehen seit Jahren im Vordergrund: Infektionen (25%), Spätgestosen (15 bis 20%) und Blutungen (10 bis 20%).

Als weitere Ursachen maternaler Todesfälle sind Thrombosen und Embolien (10%), Uterusrupturen (5 bis 10%) und Anästhesietodesfälle (ca. 15%) zu nennen.

Seite 725

Perinatale Sterblichkeit

Die perinatale Sterblichkeit umfaßt alle vor, während und bis zum 7. Lebenstag nach der Geburt gestorbenen Kinder, die zur Zeit der Geburt mehr als 500 g gewogen haben.

Die Frequenz der perinatalen Sterblichkeit beträgt heute zwischen 0,5 und 1,5%. Unter den Todesursachen steht die Hypoxie im Vordergrund, sie hat einen Anteil von ca. 60%. In 90% der Todesfälle konnte eine ursächlich beteiligte Plazentainsuffizienz durch mikroskopische Untersuchungen nachgewiesen werden.

70% aller perinatal verstorbener Kinder haben ein Geburtsgewicht von 2500 g und weniger. Die Ursachen hierfür bestehen in dem hohen Anteil der Frühgeborenen (60 bis 70%).

30 bis 40% der untergewichtigen Kinder sind dementsprechend dystrophe Kinder, sogenannte “small-for-date-babies”, wiederum in Folge einer unzureichenden plazentaren Versorgung.

Für die Hebamme ist die Bewertung der Überlebenschancen untergewichtiger Kinder von klinischem Interesse. Die perinatalen Sterblichkeitszahlen in Abhängigkeit vom Geburtsgewicht sehen wie folgt aus:

- unter 1000 g 40 bis 50% sterben.

- 1010 g bis 1500 g 5 bis 15% sterben.

- 1510 g bis 2000 g 2 bis 4% sterben.

- 2010 g bis 2500 g 0,8 bis 1,4% sterben.”