Filip

Unser kleiner Engel Filip

still geboren am

15. März 2005

in der 34. SSW

2500 g, 48 cm

Unser kleiner Liebling Filip

Im April 2004 kurz nachdem 1. Geburtstag unseres ersten Sohnes Julian, haben mein Mann und ich beschlossen ein weiters Baby zu bekommen. Den Altersabstand fanden wir ideal. Da Julian ein Sonnenschein ist und wir sehr viel Freude mit ihm haben, wollten wir es noch mal versuchen. Bis Juli wurde ich nicht schwanger, aber in unserem Urlaub im August wußte ich es plötzlich: Wir bekommen noch ein Baby. Wieder zu Hause bestätigte der Schwangerschaftstest mein Gefühl und mein FA am 1. September nochmal: Ich war in der 6. SSW. Die Schwangerschaft verlief bis auf die Übelkeit vorerst problemlos. Mitte November hatte ich leichte Wehen und mein Muttermund war etwas verkürzt. Auf Grund dessen wurde ich zur Beobachtung ins Krankenhaus eingewiesen. Ich bekamm Magnesium, genoß die Ruhe und wurde nach fünf Tagen entlassen. Es war alles in Ordnung. Die Schwangerschaft verlief dann weiterhin problemlos. Natürlich war ich schnell erschöpft und müde, aber das gehört dazu. Am 11. März bin ich mit Unterleibsschmerzen aufgewacht und als diese bis zur Mittagszeit nicht besser wurden, habe ich meinen FA aufgesucht. Er hat ein CTG und einen Ultraschall gemacht. Mit unserem Baby war alles in Ordnung, die Herztöne waren gut und in meinem Bauch zappelte es wie üblich. Also bin ich nach Hause gefahren. Zum Abend hin fühlte ich mich immer besser und am Samstag und Sonntag war alles beim Alten. Unser Schatz bewegte sich regelmäßig und trat mir immer wieder in die Lungen. Am Montag war ein hektischer Tag, so dass es mir erst abends aufgefallen ist, dass cih den ganzen Tag über keine Kindsbewegungen gespürt hatte. Ich habe dann meinem Bauch leichte und dann immer stärkere Schubser gegeben in der Hoffnung, dass dann eine Antwort käme, aber es geschah nichts. Mein Mann wurde sehr unruhig und hat vorgeschlagen sofort zum KKH zu fahren. Ich habe eingewilligt, aber an nichts Schlimmes gedacht. Dort angekommen wollte die Hebamme im Kreissaal ein CTG schreiben. Sie hat sehr lange díe Herztöne gesucht und mit jeder Sekunde in der sie nichts fand wurde ich unruhiger. Nach einer gewissen Zeit hat sie es aufgegeben und meinte, dass sie den Arzt rufen wolle damit Dieser Ultraschall machen kann. Der Arzt kam kurze Zeit später und machte den Ultraschall. Er konnte keine Herztätigkeit mehr entdecken. Er rief eine weitere Kollegin, die nach einem weiteren Ultraschall und einem Doppler seine Diagnose nur bestätigen konnte. Unser Baby war gestorben. Ich konnte nicht mehr denken, ich dachte immer wieder das kann einfach nicht sein. Wieso unser Baby? Wieso ich? Wieso wir? Mein und ich haben geweint wie noch nie zuvor in unserem Leben. Von der Ärztin wurden wir darüber aufgeklärt, dass ich unser Baby entbinden müsste. Am besten auf normalem Wege, nach Verabreichung wehenfördernder Mittel. Dies könnte aber ein paar Tage dauern bis es dann soweit wäre. Das konnte ich mir nicht vorstellen: Im KKH zu liegen, zu wissen dass mein Baby nicht mehr lebt und zu warten. Nein, ich wollte einen Kaiserschnitt, am besten sofort. Trotz langem Zureden war ich nicht zu einer natürlichen Entbindung bereit. Der Kaiserschnitt sollte am nächsten Morgen stattfinden. Die Nacht über bnlieb mein Mann mit mir im KKH. Es war eine furchtbare Nacht in der wir uns beim Weinen gegenseitig im Arm hielten und versuchten zu begreifen was passiert ist. Noch im OP kurz vor der Narkose habe ich gehofft, dass die Ärzte sich geirrt haben. Am 15. März 2005 ist Filip um 11 Uhr 25 still geboren. Am Nachmittag als ich aus der Narkose erwacht bin waren mein Mann und mein Bruder bei mir. Ich hatte fürchtbare Schmerzen, körperliche und seeelische. Die Krankenschwester kam regelmäßig reim um nach uns zu sehen und am Nachmittag wurde Filip zu uns ins Zimmer gebracht, damit wir uns von ihm verabschieden konnten. In dem Moment sind auch meine Eltern gekommen. ( Danke für die besten Eltern und den besten Bruder der Welt. Ich hoffe, ich kann meinem Kind in jeglicher Art das geben, was ihr mir geben konntet.)  Wir haben diesen kleinen Menschen bestaunt der so perfekt aussah. Alles war an ihm dran, es gab keine sichtbare Ursache dafür dass er gestorben war. Er sah unserem ersten Sohn so ähnlich, dass ich dachte der Schmerz den ich empfand würde mir ein weiters Leben nicht ermöglichen. Ich hätte alles dafür gegeben, wenn er atmen würde.

Körperlich erholte ich mich gut und schon nach fünf Tagen durfte ich das Krankenhaus verlassen. An dieser Stelle ein ganz herzliches "Danke" an das Team von Prof. Balzer in der Kinderklinik in Krefeld und Frau Elisabeth Grube, die uns vom ersten Tag an als Seelsorgerin zur Seite stand. Am 23. März habem wir Filip beerdigt.

 Nun einen Monat danach ist der Schmerz genauso stark und doch muss unser Leben weiter gehen, vorallem auch wegen Julian, der nächste Woche schon zwei wird. Wenn er groß genug sein wird, werden wir ihm erzählen, dass sein kleiner Bruder Filip leider nicht bei uns sein durfte und nun vom Himmel herab auf uns sieht. Ich weiß, dass wir irgendwann mal zusammen sein werden und ich dann endlich im Arm halten darf. Unser Leben wird nie mehr so sein wie es früher war und nicht so wie es mit Filip hätte sein sollen.

Vielleicht werden wir irgendwann mutig genug sein und wieder soviel Vertrauen zum Leben haben, um es noch mal zu versuchen und ich wünsche mir nichts sehnlicher als das, dass dann unser Baby leben darf.

Julian gibt uns die Kraft weiter zu machen, doch er erinnert uns auch an all die Sachen,
die Filip nie erleben wird.

Filip, unser Liebling, wir werden Dich nie vergessen. Du wirst immer in unseren Herzen bleiben als unser zweiter Sohn, den wir leider nie kennen lernen durften.

Wir lieben Dich, genauso wie wir Julian, Deinen großen Bruder lieben,
und denken jeden Tag an Dich.

In tiefster Liebe deine Mami, dein Papi und dein großer Bruder Julian.