Christina

Im Gedenken an unser kleines Engelchen

CHRISTINA

geboren am 11. Januar 2008, 18.45 Uhr

gestorben am 11. Januar 2008, 20.15 Uhr

38. SSW, 2145 g, 46 cm

Für meine Christina
Mein geliebtes Kind, ich habe Dich geboren, dass Du sterben kannst und jetzt ist diese unerträgliche Leere in mir, die mich an manchen Tagen auffrisst und an der ich manchmal fast zerbreche .Ich stehe an Deinem Grab und starre auf Deinen Namen – Christina - der soviel für mich bedeutet hat, Hoffnung, Liebe und neues Leben in mir.
Ich habe Dich im irdischen Leben verloren, doch als kleinen Engel gewonnen und als solcher lebst Du in meinem Herzen weiter!
Jeder Gedanke an Dich erfüllt mich mit Wärme und Stolz. Ja, ich bin stolz auf mein kleines Mädchen, das mir in ihrem kurzen Leben soviel gegeben hat, an Liebe und auch an Kraft, dass ich ihr Sterben leichter ertragen konnte, denn Du starbst bei uns, in unseren Armen.
Wenn ich heute an unsere gemeinsame Zeit zurück denke, habe ich das Gefühl, als ob Du noch immer kräftig in meinem Bauch strampelst.
Ich liebe Dich mein Kind und Dein Name wird nie verklingen, denn Du wirst immer ein wichtiger Teil unserer Familie sein.
Deine Mama

Die Geschichte unserer Tochter

Ich möchte Euch gerne die Geschichte von unserer kleinen Christina erzählen.
Meine Geschichte beginnt damit, dass ich nach unserem Sohn Manuel relativ schnell wieder schwanger wurde. Die Freude nach mehreren Schwangerschaftstests hielt sich in Grenzen, doch es half nichts, da muss man durch, dachte ich mir und sagte es meinem Mann, der anfangs auch nicht sonderlich begeistert war.
Also ging ich zum FA.
Ich war also in der 6. SSW. HURRA!!!
Da meine letzte Schwangerschaft alles andere als einfach war, machte ich mich auf einiges gefasst, dass es jedoch so kommt, hätte ich mir auch nicht erträumen lassen
 
Die ersten 20. SSW verliefen normal, dann bekam ich plötzlich Unterbauchschmerzen. Ich ging also zum Arzt und der erkannte sofort, das ich einen eingeklemmten Leistenbruch hatte. Bevor ich noch was sagen konnte, lag ich auf dem OP-Tisch und der Bruch wurde operiert, was relativ gut verlief. Einige Tage später durfte ich wieder nach Hause und unserem Baby und mir ging es wieder gut.
 Dann kam ich in der 30. SSW wieder ins Krankenhaus, verdacht auf vorzeitigen Blasensprung. Dieser verdacht bestätigte sich nicht, doch dann begann das Unheil seinen Lauf zu nehmen.
Die Ärzte im Krankenhaus stellten fest, dass die Kleine eine Zyste im Hinterkopf hatte und ich sollte doch zu einem Ultraschallspezialisten gehen, was ich dann auch umgehend tat. Dort stellten sie dann fest, dass Christina ihrem Alter entsprechend viel zu klein war und dass man den Vier-Kammer-Blick ins Herz nicht sehen konnte, was wiederum ein Herzfehler war. Diese vielen Sachen auf einmal konnten nur eine Ursache haben, einen Chromosomenfehler. Mir wurde dann gleich vor Ort Nabelschnurblut entnommen und bei mir und meinem Mann wurden auch Proben entnommen und zum Humangenetiker geschickt. Dann mussten wir warten.
Einige Tage später bekam ich den Anruf, wir sollten sofort in die Klinik zum Genlabor kommen, weil die Befunde da sind.
Ich wusste sofort, dass dies nichts Gutes heißen konnte, also fuhren wir dorthin.
Wir wurden umgehend aufgeklärt, dass bei Christina eine ganz seltene Chromosomenstörung vorliegt, die sie von Ihrem Papa vererbt bekommen hat. Mein Mann und ich waren nämlich schon einmal bei einem Humangenetiker, weil ich bereits zwei Abgänge hatte und damals wurde uns gesagt, dass mein Mann eine kleine Anomalie im Chromosomensatz aufweist, die aber entweder einen Abgang hervorruft oder sich, wie bei meinem Mann, überhaupt nicht auf das Kind auswirken kann. Genau diesen Befund von damals hatten wir bis zu diesen Zeitpunkt vergessen, da wir ja dann zwei gesunde Kinder bekamen. Christinas Genfehler ist halt die verschärfte Version von dem meines Mannes und typisch für diese Form der Weitergabe der defekten Gene.
So, dann standen wir da, ich hochschwanger mit einem Baby das ich vielleicht nicht mal lebend zu Gesicht bekomme und wieder konfrontiert mit dem Genfehler, an den keiner mehr dachte.
Für mich brach eine Welt zusammen, dennoch war ich fest entschlossen mir und dem Baby eine Chance zu geben, es konnte uns ja keiner genau sagen, wie es letztendlich ausgehen wird, weil eben diese Art sehr selten ist.
Nun hieß es warten bis zum Tag X.
Zwei Wochen vor der Entbindung musste ich mir noch eine Nierenschiene legen lassen, weil meine Nieren wieder nicht so mitspielten, wie sie sollten, das kannte ich aber eh von Manuels Schwangerschaft, da wars das selbe.
 Am 11.Januar 2008 war es dann so weit, ich war im Krankenhaus und es ging los. Die Kinderärzte und das Ärzteteam waren in Bereitschaft, denn wir hatten uns bereits Wochen zuvor vorgestellt, dass auch für Christina gleich Hilfe vor Ort war. Es ging alles recht schleppend, weil mich meine Angst vor dem, was mich erwartet, lähmte und ich mich verkrampfte, daher lies ich mir eine PDA setzen um wenigstens die körperlichen Schmerzen zu ertragen.
Das ganze Team half zusammen und um 18.45 war es soweit, Christina war geboren. Ich wartete auf den ersten Schrei doch es kam nichts, ich schrie: "Ist Sie noch am Leben, sagt es mir!!" unser Kinderarzt untersuchte sie und seine Blicke sprachen Bände, ich wusste, dass ich Sie nicht lange bei mir haben werde. Sie legten mir Christina in meinen Arm und mein erster Satz war "Sie sieht genau so aus wie Ihr Bruder." Ich bat die Ärzte, sie sollten doch etwas tun, doch sie sagten, es würde nichts nützen und so hielten mein Mann und ich Sie einfach nur fest und streichelten Sie. Einen kurzen Moment öffnete sie Ihre Augen um uns anzusehen und ihre kleine Hand umfasste meinen Finger und drückte ihn. Wir machten die Nottaufe. Man nahm sie weg und zog sie an. Mein Mann nahm sie dann in seine Arme und wir kamen auf unser Zimmer.
Dann kam der Kinderarzt und hörte auf Ihr Herz, er legte ihr das Kreuzzeichen auf und sagte "Ruhe in Frieden, Christina" und ich wusste dass unser kleiner Schatz zu den Engeln gegangen war. Mein Mann sagte im Nachhinein zu mir, dass er gemerkt hat, als sie in seinem Arm gestorben ist.
Es kam also genauso, wie es mir die Ärzte prophezeit hatten, ich habe mein Kind geboren, dass es sterben kann. Allein diese Vorstellung ist absurd, dennoch, das gibt es leider.
Vier Tage später war die Beerdigung, die im engsten Familienkreis stattfand. Unser Pfarrer stand uns auch die Tage zuvor sehr bei und ich war sehr froh, dass wir ihn hatten und er machte einen sehr schönen Gottesdienst für unsere Maus. Als ich dann am Grab unserer Tochter stand, lies ich es mir nicht nehmen, dass ich noch ein Irisches Grabgedicht vorlas, das ich Christina widmete. Dennoch, der Gedanke daran, als sie ihren kleinen weißen Sarg in die Erde setzten, treibt mir wieder Tränen in die Augen und das Gefühl der absoluten Leere ist wieder da.
Als wir dann zu Kirche gingen, um die Taufkerze mitzunehmen, fand ich in der Kirche einen kleinen Schmetterling der auf dem Boden rumflatterte und da wusste ich, meiner kleinen Maus geht es gut im Himmel, denn ein paar Tage zuvor sagte ich: "Wenn Du kannst, dann schick mir ein Zeichen, dass ich weiß, dass es Dir gut geht, da wo Du bist."
Seit diesem Tag ziert ein kleiner bunter Schmetterling den Grabstein unserer Tochter.
 Ich habe meine Geschichte aufgeschrieben, dass unsere Christina in unseren Herzen weiterlebt und nie vergessen wird. Für Dich mein Herzblatt!
 Ich liebe Dich mein kleiner Engel, wo immer Du bist und zu uns herunterschaust!

 Deine Mami