Für unseren kleinen André

 

still geboren am

25. Februar 2005

um 10.58 Uhr in der 25. SSW

Gewicht 460 g, 29 cm

Für André:

 

Wir durften nur wenige Monate zusammen verbringen bevor du uns verlassen hast. Das "Licht der Welt" konntest du niemals erblicken. Das WARUM wird immer in unseren Köpfen kreisen. Du bist in meinem Bauch gestorben. Ganz still und leise bist du gegangen. Wir hoffen so sehr, dass du bei deinem Tod nicht gelitten hast. Wir lieben dich über alles. In unserem Herzen wirst du für immer weiterleben.

 

Mama & Papa

Unsere Geschichte:

 

Steffen und ich (Daniela) haben 2004 geheiratet. Kurz darauf setzte ich die Pille ab, jedoch mit dem Gedanken: Das kann ja dauern bis da was passiert.

Vier Wochen später war es dann schon passiert, ich war schwanger. Es kam zwar überraschend, aber wir freuten uns rießig.

Nach kleineren Anfangsschwierigkeiten verlief die Schwangerschaft total super. Mir ging es prächtig, das Kind wuchs und auch meinen Bauch auf den ich richtig stolz war konnte man bald nicht mehr übersehen.

Im Januar 2005 stand dann auch fest, dass es ein Junge wird. Wir nannten ihn André. Von diesem Zeitpunkt an konnte ich ihn auch immer deutlicher in mir spüren. Einmal konnte Steffen seinen Fußtritt zu spüren bekommen. Wie wir heute wissen sollte es für ihn das einzige Mal sein wo er seinen Sohn spürte.

Am 17.02. hatte ich einen Termin beim FA. Mein Mann war auch dabei, er hatte seinen Sohn erst einmal gesehen. Alles war in Ordnung, der kleine André turnte munter in meinem Bauch herum.

Sechs Tage später sollte sich für uns die Welt verändern. Dienstags machte ich mir so meine Gedanken weil ich André seint Montag Abend gar nicht gespürt hatte. Aber Steffen, der in dieser Woche nicht auf Seminar war, beruhigte mich am Telefon. Er wird halt viel schlafen, meinte er.

Trotzdem rief ich am nächsten morgen (auch auf Drängen meiner Mutter) meinen FA an und konnte auch gleich vorbei kommen. Er wollte ein CTG und Ultraschall machen. Der Ultraschall brachte dann schnell die schreckliche Wahrheit.

Ich höre die Worte bis heute: "Ihr Kind ist tot!" . Der Arzt war genauso geschockt wie ich. Ich konnte nur heulen.

Der nächste Schock, ich sollte  das Kind normal zur Welt bringen. Wie konnte man das von mir verlangen? Ich wurde sofort ins KH eingewiesen und zum Glück konnte Steffen sein Seminar abbrechen und sofort kommen.

Die Geburt wurde also eingeleitet und dann mussten wir abwarten. Die Hebammen und Schwestern waren alle so nett und besorgt. Wir bekamen ein Einzelzimmer abseits der anderen Mütter. Doch keiner sagte uns wie lange das wirklich dauern kann. Bis Donnerstags vier Zäpfchen, dann Pause, warten. Freitag früh dann ein weiteres Zäpfchen und dann, nach nunmehr zwei Tagen setzten die Wehen ein. Es ist schon komisch, aber wir hofften bis zum Schluß. Vielleicht hatten sich ja doch alles geirrt.

Am 25.02.2005 um 10:58 Uhr wurde André still geboren.

Es war der schlimmste und zugleich schönste Augenblick in meinem Leben als die Hebamme mir unseren Sohn in ein Tuch gewickelt in die Arme legte. Ein Diakon segnete und taufte André, bevor man Steffen und mir Zeit gab uns von ihm zu verabschieden. Wir machten Fußabdrücke und viele Fotos. Stundenlang sahen wir ihn nur an und streichelten seinen kleinen Körper, bevor wir ihn in seinen kleinen Sarg legten. Wir deckten ihn mit seinem ersten Strampler vorsichtig zu.

Bevor wir das KH am nächsten Tag verließen haben wir uns noch einmal von ihm verabschiedet. Er lag in seinem Sarg als würde er nur schlafen.

Am 03.03.05 wurde André im Familiengrab beigesetzt. Wir werden ihn immer in unserem Herzen tragen.